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Prämien zahlen, Steuern sparen

Handelszeitung

Bei der privaten Vermögensanlage dienen besonders Einmaleinlagen als steuerlich interessante Anlagealternative.
Um bei Lebensversicherungen mit Kapitalleistung den gewünschten Steuerspareffekt zu erzielen, müssen gewisse Bedingungen bezüglich der Finanzierung oder der Fälligkeit der Versicherungsleistung eingehalten werden. Steuereinsparungen ergeben sich daraus, weil der Vermögenszuwachs aus rückkaufsfähigen Kapitalversicherungen steuerfrei ist, wogegen andere Vermögenszugänge, wie etwa Zinsen aus Bank- und Obligationensparen oder Dividenden, der Besteuerung unterliegen. Die Prämien von Lebensversicherungen können bei der Direkten Bundessteuer und in den meisten Kantonen steuerlich abgezogen werden, jedoch ist dieser Abzug betragsmässig beschränkt und umfasst nebst den Lebensversicherungs- auch die Krankenkassen- und Unfallversicherungsprämien sowie die Zinsen des Sparkapitals.
In der Regel übersteigen allein schon die Krankenkassenprämien den Maximalbetrag, so dass kein Raum mehr für den Abzug der Prämie bleibt. Die Steuerersparnis liegt daher auch nicht in der Abzugsfähigkeit der Prämie, sondern in der Steuerfreiheit der Erträge.

Steuerplanung
Damit eine Lebensversicherung als Kapitalanlage in Frage kommt, muss zusätzlich zum Risikoschutz (insbesondere Todesfallrisiko) auch eine Kapitalbildung erfolgen, wie dies bei den gemischten Versicherungen der Fall ist. Das Ziel der Steuerplanung muss es nun sein, den Ertragsanfall auf dem während der Laufzeit der Versicherung angesparten Kapital in Form von Zinsen und Überschussanteilen dadurch zu maximieren, dass dieser bei Fälligkeit der Versicherung nicht besteuert wird. Je nach Wunsch kann die Prämienzahlung in einem Betrag bei Versicherungsbeginn oder periodisch während der Versicherungsdauer erfolgen. Weil bei Lebensversicherungen mit Einmalprämie die Kosten für die Administration geringer sind und die von der Versicherung zu tragende Todesfallrisikosumme tiefer ist, haben diese eine höhere Rendite und sind daher aus anlagetechnischen Überlegungen interessanter. In den vergangenen Jahren sind daher immer mehr Produkte auf den Markt gekommen, bei denen die Kapitalanlage gegenüber dem Risikoschutz im Vordergrund stand. Deshalb wurden die Voraussetzungen für die Steuerfreiheit von Kapitalleistungen aus Versicherungen mit Einmalprämie in verschiedenen Kantonen und bei der Bundessteuer verschärft.

Steuerliche Behandlung
Ob die Auszahlung einer rückkaufsfähigen Lebensversicherung steuerfrei ist, hängt davon ab, ob es sich um eine Renten- oder Kapitalleistung handelt. Bei Kapitalleistungen wird zudem zwischen Versicherungen mit einer Einmalprämie oder mit periodischen Prämien unterschieden. Die Auszahlung der Rentenleistung unterliegt - unabhängig davon, ob mittels Einmalprämie oder periodischen Prämien finanziert - der Einkommenssteuer. Beim Bund und in den meisten Kantonen wird die Steuer auf 40% der Rentenleistung erhoben. Wurde die Versicherung mittels periodischer Prämien finanziert, so ist die Auszahlung der Kapitalleistung immer steuerfrei. Wurde die Kapitalleistung aber über eine Einmalprämie finanziert, so ist deren Auszahlung nur unter gewissen Voraussetzungen steuerfrei. Diese Voraussetzungen sind je nach Kanton recht unterschiedlich - und dies trotz Steuerharmonisierung. Im Steuerharmonisierungsgesetz ist nämlich die Besteuerung der Kapitalleistung einer Versicherung mit Einmalprämie nicht explizit geregelt, so dass die Kantone in deren Ausgestaltung frei sind, was die Transparenz nicht erhöht.

Direkte Bundessteuer
Bei der Direkten Bundessteuer ist die Kapitalleistung einer Versicherung mit Einmalprämie nur dann steuerfrei, wenn sie der Vorsorge dient. Das setzt voraus, dass die Auszahlung nach Vollendung des 60. Altersjahres erfolgt und das Versicherungsverhältnis mindestens fünf (bei fondsgebundenen Produkten zehn) Jahre dauerte und der Versicherungsnehmer auch die versicherte Person ist.
Kapitalleistungen unter anderem aus Erlebensfallversicherungen mit Rückgewähr, Versicherungen auf festen Termin sowie Versicherungen ohne feste Vertragsdauer, die mittels Einmalprämien finanziert wurden, sind nicht steuerfrei, denn diese Versicherungstypen dienen nach Rechtsauffassung der Eidgenössischen Steuerverwaltung nicht der Vorsorge. Für rückkaufsfähige Versicherungen mit Einmalprämien, die vor dem 1. Januar 1994 abgeschlossen wurden, gilt, dass die Kapitalzahlung steuerfrei ist, sofern bei der Auszahlung das Vertragsverhältnis mindestens fünf Jahre gedauert oder der Versicherte das 60. Altersjahr vollendet hat.

Vorsicht geboten
Sind die Voraussetzungen für die Steuerfreiheit der Kapitalleistung einer Versicherung mit Einmalprämie nicht erfüllt, so unterliegt die gesamte Differenz zwischen der vom Versicherungsnehmer einbezahlten Einmalprämie und der ausbezahlten Versicherungsleistung (inkl. Überschussanteil) als Vermögensertrag der Einkommenssteuer, und zwar zum vollen Steuersatz und zusammen mit dem übrigen Einkommen. Dies trifft den Versicherten besonders schmerzlich, denn daraus kann sich infolge der Ertragskumulation während der Versicherungsdauer und der progressiven Ausgestaltung der Steuertarife eine wesentlich höhere Steuerbelastung ergeben, als bei Anlageformen wie Obligationen mit periodischem Ertragsanfall. Es empfiehlt sich daher, bei Einmaleinlagen die Steuerfreiheit der Kapitalleistung unbedingt gründlich abzuklären, insbesondere auch bei den kantonalen Steuern. Dabei müssen auch - soweit voraussehbar - Änderungen in der Gesetzgebung oder ein allfälliger Wohnsitzwechsel mitberücksichtigt werden.

Fremdfinanzierte Einmalprämie
Die Steuerersparnis, die damit erzielt werden kann, dass die Erträge aus Versicherungen mit Einmalprämie steuerfrei sind, lässt sich noch weiter maximieren, indem die Prämie mit Fremdkapital finanziert wird. Während der Ertrag steuerfrei ist, können die Schuldzinsen vom übrigen Einkommen abgezogen werden. Eine solche Finanzierung lohnt sich immer dann, wenn die Erträge der Lebensversicherung zusammen mit der aufgrund des Schuldzinsenabzuges erzielten Steuerersparnis den zu entrichtenden Schuldzins übersteigen. Die Schuldzinsen werden jedoch steuerlich nur zum Abzug zugelassen, wenn keine Steuerumgehung vorliegt. So müssen weitere Motive ausser der Steuerersparnis für eine solche Finanzierung vorliegen, wie fehlende liquide Mittel oder ein ungünstiger Zeitpunkt für den Verkauf von Sachwerten. Gemäss Rechtsprechung wird die Fremdfinanzierung der Einmalprämie in der Regel immer dann steuerlich nicht anerkannt, wenn das Nettovermögen des Versicherten kleiner ist als die zu leistende Einmalprämie und die Versicherung somit als Sicherheit für das Darlehen dient.

Steuergünstig: Amortisation von Hypotheken
Viele Hausbesitzer amortisieren ihre Hypothek weit mehr als gefordert. Mit der Schuldentilgung reduzieren sich aber auch die steuerlich abzugsfähigen Schuldzinsen bei einer entsprechenden Erhöhung des steuerbaren Einkommens. Statt die Hypothek direkt zu amortisieren, empfiehlt sich aus steuerlichen Überlegungen eine indirekte Amortisation, wobei statt der Schuldentilgung das Kapital in eine kapitalbildende Lebensversicherung einbezahlt wird. Diese Massnahme lohnt sich jedoch nur bei mittleren bis grossen Einkommen und nur unter Berücksichtigung der durch den Versicherer nicht garantierten Überschussanteile.

Nachteile der Renten
Die Rentenzahlung entspricht dem Vorsorgecharakter einer Lebensversicherung besser als die Kapitalleistung, indem sie sicherstellt, dass das Kapital nicht infolge längerer Lebensdauer plötzlich aufgebraucht ist. Trotzdem wird die Rentenzahlung steuerlich benachteiligt, dies obschon sie in der Regel nur zu 40% besteuert wird. Jede Rentenzahlung besteht nämlich aus einer Kapitalrückzahlungskomponente und einem Ertragsteil, wobei der Ertragsteil während der Dauer der Rentenzahlung ab- und die Kapitalrückzahlungskomponente zunimmt. Eine Rentenzahlung ist steuerlich nur dann vorteilhaft, wenn mehr als 60% der Rentenzahlung aus Erträgen stammen. Wo dies nicht zutrifft - was in den meisten Fällen geschieht - und folglich mehr als 40% aus Kapitalrückzahlung stammt, kommt es zu einer Doppelbesteuerung, indem die Rückzahlung des Kapitals, welches früher schon einmal als Einkommen versteuert wurde, nicht mehr steuerfrei erfolgt.

Einmaleinlage in die Pensionskasse
Die obigen Ausführungen beziehen sich ausschliesslich auf die freie Vorsorge (Säule 3b). Der Vollständigkeit halber sei jedoch darauf hingewiesen, dass Einmaleinlagen nicht nur bei der freien Vorsorge möglich sind, sondern - unter gewissen Voraussetzungen - auch in die Pensionskasse geleistet werden können, um eine dort noch bestehende Vorsorgelücke zu schliessen.
Eine solche Einmaleinlage ist steuerlich noch interessanter als im Bereich der freien Vorsorge, kann der Erwerbstätige doch die Einlagen in die Pensionskassen vom steuerbaren Einkommen vollumfänglich abziehen und die Besteuerung erfolgt erst im Zeitpunkt der Auszahlung.

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